Baugeschichte:

Das denkmalgeschützte Haus wurde 1913 als "Hotel Rudolph" durch den renommierten Zwickauer Architekten Gustav Hacault (Mitglied des "Deutschen Werkbundes") entworfen und unter seiner Leitung errichtet.

Die Bauausführung lag in den Händen des Rodewischer Baumeisters Ernst Lenk. Dieses attraktive und markante Gebäude im Zentrum von Rodewisch (Wernesgrüner Str. 2) wurde nach jahrzehntelangem Leerstand in den Jahren 2003 und 2004 zu einem hochmodernen Ärztehaus umgebaut, ohne die wertvolle Substanz zu zerstören. Damit wurde ein bedeutendes Kulturdenkmal vor dem Verfall gerettet. Die Bauplanung und Leitung lag in den Händen von Dipl.-Ing. Eberhard Mattivi aus Schönheide.

Bei der Gestaltung innen wie außen hat Hacault noch vereinzelt auf Elemente des ausgehenden Jugendstils zurückgegriffen - seine Architektur ist weitestgehend Zeugnis der Ideen des 1907 gegründeten Deutschen Werkbundes, dem der Architekt angehörte.

Sich orientierend, daß der Grundriß sowie entscheidende Elemente des Bauwerkes "frei" gestaltet sein sollen, wurde ein Bauwerk geschaffen, dessen Gestaltung der Fassade, aber insbesondere des Daches und des Treppenhauses mit seinem sehr eigenwilligem Grundriß eine Wiederkehr dieser Prinzipien verkörpert. Der Architekt bezeichnete seinen Baustil damals selbst als "neudeutsch", heute wird dieser Baustil als "Reformstil" bezeichnet. Das Gebäude ist eines der wenigen, in wesentlichen Teilen vollständig erhaltenen, aus dieser Epoche.

Die Straßenfassade ist reich mit verschiedenen typischen Stilelementen verziert und wird gegliedert durch Pilaster und Lisenen. Die Vor- und Rücksprünge der Erker und Balkone machen die Ansicht dreidimensional und lebendig. Bekrönt wird das Gebäude durch ein sehr aufwendig gestaltetes, hohes Dach mit besonderer Schiefereindeckung, besonders an den beiden Giebelseiten.

Im Inneren wurden das historische Treppenhaus und die repräsentativen Räume in der zweiten Etage im Originalzustand erhalten, insbesondere sind historische Türen, das geschwungene Treppengeländer sowie die weitestgehend erhaltenen Bleiverglasungen sehenswert. Im Eingangsbereich wurde die historische Bemalung restauriert, das gesamte Treppenhaus wurde in Farbton und Ornamentik nach farbarcheologischen Befunden aus der Erbauungszeit gestaltet.